Unsere Historie
Otto Bock gründete 1919 mit der Orthopädischen Industrie in Berlin nicht nur eine Firma, sondern veränderte damit die gesamte Branche grundlegend.
Denn erst die von ihm eingeführte Passteil-Fertigung ermöglichte, ausreichend schnell die große Zahl von Versehrten zu versorgen, die aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrten.
Noch im selben Jahr trugen die politisch unruhigen Zeiten in Berlin dazu bei, dass die neue Firma nach Königsee im Thüringer Wald umzog.
Das Unternehmen wuchs bis zu einer Mitarbeiterzahl von mehr als 600. Unter sowjetischer Besatzung entstand dann zunächst der Plan, möglichst nah zu Königsee, aber in der britischen Zone, einen weiteren Standort aufzubauen, um von dort aus im Tauschhandel Material gegen Ware die weitere Belieferung der Kunden zu sichern.
Dr. Max Näder, Schwiegersohn von Otto Bock, gründete diese „Zweigstelle“ in Duderstadt 1947 praktisch aus dem Nichts und baute sie mit seiner Gattin Maria Näder auf.
Als 1948 das Familienunternehmen in Königsee entschädigungslos enteignet wurde, begann Dr. Max Näder mit einer Gruppe engagierter Mitarbeiter unter schwierigsten Umständen den Aufbau der Produktion bei Null in Duderstadt auf dem Euzenberg.
In Duderstadt ging aus der Suche nach alternativen Materialien für das bisher verwendete Pappelholz die Entwicklung eines Kunststoffs durch Dr. Max Näder hervor. Dieser erwies sich nicht nur für die Orthopädie-Technik als bestens geeignet, sondern auch für Branchen wie die Möbel- und Automobil-Zulieferindustrie.
1953 wurde so zum Geburtsjahr der heute global aufgestellten Otto Bock Kunststoff Holding. Otto Bock selbst erlebte dies nicht mehr, er war im selben Jahr verstorben und wurde in Duderstadt beigesetzt. In den kritischen Zeiten des Kalten Krieges bedeutete die frühe Internationalisierung der Firma Otto Bock, die Zukunft des Familien-Unternehmens durch mehrere globale Standorte besser absichern zu können.
Nach dem Mauerbau wurde die Grenze um die DDR schrittweise immer mehr zum Todesstreifen aufgerüstet. Die zu diesem Zeitpunkt am 9./10. November 1989 unerwartete Öffnung der Grenze veränderte die Situation auch für Otto Bock schlagartig. Die Unternehmer-Familie kaufte ihren ehemaligen Besitz in Königsee erneut und baute dort ab 1992 eine hochmoderne Fertigungsstätte für Rollstühle und Mobilitätshilfen auf.
Aber nicht nur deshalb ist Otto Bock mit seiner Zentrale in Südniedersachsen auch wieder als ein thüringisches Unternehmen zu sehen. Vielmehr kommt heute knapp die Hälfte der Mitarbeiter in Duderstadt aus den neuen Bundesländern, vorrangig dem Obereichsfeld. 1990 übertrug Dr. Max Näder die Geschäftsführung seinem Sohn, Professor Hans Georg Näder. Er baute das globale Netzwerk sehr dynamisch aus und forcierte Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb.
Heute hat das Unternehmen eigene Tochtergesellschaften in 40 Ländern der Erde. Die führende Technologie von Otto Bock wird mit Hilfe dieses globalen Vertriebsnetzes in mehr als 140 Länder exportiert.









